Zwölf Gründe, warum wir Hörbücher so lieben

21 Dezember, 2016

"Hörbücher? Nein, danke, ich lese noch selber…“ – Oh, weh, da ist es wieder, das alte Vorurteil, das Hörbuch-Hörern immer noch entgegenweht. Das kennen Sie auch, nicht wahr? Auch, dass Sie dann meist eine Litanei der Überzeugungsversuche starten. Also, machen Sie es sich einfach und halten Sie den ewigen Skeptikern einen Ausdruck der folgenden Argumente-Sammlung unter die Augen. Ja, unter die Augen! Denn lesen kann er ja noch selber.

Hörbücher sind aufwändiger

Das Hörbuch verdient nicht nur wegen der dauerhaft guten Verkaufszahlen eine größere Aufmerksamkeit: Noch nie wurden so viele Exemplare verkauft wie heute. Schon der Aufwand bei der Produktion ist ungleich größer als beim Buch, der „kulturelle Wert“ des Hörbuchs steht dem Klassiker für die Augen in nichts nach.

Hörbücher sind authentischer

In einem Interview mit dem Online-Hörbuchmagazin Hörothek gab die Bestsellerautorin Cornelia Funke zu, das Hörbuch vorzuziehen, da dies die ursprüngliche Version des Geschichtenerzählens sei. Funke sieht eine Faszination des Gesprochenen, weil der „Klang der Sprache“ dabei sei.

Wer Hörbücher hört, ist Zeitgewinner

Viele Millionen Deutsche genießen Literatur in akustischer Form – das ist Fakt. Viele von ihnen nutzen die Zeit doppelt: „double your time“, so der Slogan aus dem Hörbuch-Mutterland USA. Die einen lassen abends den Fernseher aus, schließen die Augen und tauchen ein in andere Welten, in das „Kino im Kopf“ – gemütlich mit einer Tasse Tee oder Kaffee, am besten vor dem Kamin oder im kuschelig warmen Bett. Hörbücher sind auch der Tipp für alle, die gern in der Badewanne sitzen und nicht wollen, dass das Buch nass oder die Hand kalt wird.

Hörbücher schaffen Sicherheit

Aus Autos sind Hörbücher nicht mehr wegzudenken: Dem Stau ein Schnippchen schlagen, die lange Fahrzeit gewinnbringend nutzen – das ist die Devise. Das geht sogar soweit, dass viele Hörbuch-Hörer langsamer, sicherer, einfach nur „relaxed“ fahren, um dem Hörbuch in Ruhe inhaltlich folgen zu können, und sogar noch die letzten Minuten in der Garage oder vor der Haustür im Auto sitzen bleiben, damit unbedingt noch das Ende der Geschichte gehört werden kann.

Hörbücher sind praktischer

Die lange Fahrtzeit nutzen, ist auch die Devise von Bus- und Bahnfahrern, die sich gemütlich zurücklehnen können, und auch viele Fluggesellschaften erlauben wieder den Betrieb von CD-Playern im Flugzeug. Nicht zu vergessen, dass viele Menschen Hörbücher bei der Hausarbeit hören – nach dem Motto des ältesten deutschen Hörbuchverlags steinbach sprechende bücher: Jetzt hört sich Bügeln richtig gut an!

Mit Hörbüchern wird man zum Viel-Leser

Augenzwinkernd könnte man sagen, dass Hörbuch-Hörer Buch-Lesern ein Stück voraus sind – denn sie „lesen“ Bücher oft in Situationen, in denen man ein normales Buch nicht lesen kann oder will. Wer sich auf Hörbücher einlässt, kann also noch mehr Literatur genießen als andere. Übrigens sind Hörbuch-Hörer meist auch leidenschaftliche Bücherleser, viele Leser auch begeisterte Hörer. Es gibt also keine Trennung, die Übergänge sind fließend, die Schnittmengen groß.

Hörbücher sind lehrreicher

Vor allem Lehr- und Sachbücher können ihr Wissen besser vermitteln, weil viele Menschen Informationen leichter durch das Ohr wahrnehmen können als durch Lesen. Nichtzuletzt entscheiden sich viele Kunden auch deshalb für ein Hörbuch, weil das Zuhören bei einer gut gemachten Produktion Spaß macht und sich so Themen erschließen, die in Buchform wohl verborgen geblieben wären.

Hörbücher wecken mehr Interesse

Tatsächlich eröffnet das Medium vielen Menschen den Zugang zu ungewohnter Literatur – nur wenige würden noch einmal zum Beispiel Goethes „Reineke Fuchs“ lesen, wenige Jugendliche freiwillig ein Sachbuch über die deutsche Geschichte. Doch genau das leisten zu diesen Themen leidenschaftlich vorgetragene bzw. spannend-informative Hörbücher. Nur um einige Beispiele zu nennen.

Hörbücher sind so nah am Buch wie kein anderes Medium

Allgemein finden diejenigen Zugang zur Literatur, die sonst ungern ein Buch in die Hand nehmen – das Hörbuch macht Lesen wieder „in“, nur eben in anderer Form. Die Inhalte selbst werden originalgetreu oder nur leicht dem Hören angepasst vermittelt – der Hörbuch-Hörer weiß also genauso viel wie sein mit den Augen lesender Kollege.

Hörbücher sind Kunst

Wurden Hörbücher früher fast ausschließlich von Menschen mit Sehschwäche genutzt, so hat sich dies gerade in den letzten Jahren deutlich geändert. Lesungen von Romanen haben sich als eigene Kunstform durchgesetzt, und Top-Sprecher sind zu richtigen Stars geworden, da sie Texten einen besonderen Glanz verleihen.

Hörbücher sind kreativ

Eine enorme Anziehungskraft haben auch die unterschiedlichen Kunstformen, in die die Originaltexte fürs Hören umgesetzt werden – ganz anders als beim Buch. Daher ist der ewige Vergleich schlicht unangebracht: Lesen und Hören sind zwei unterschiedliche Arten der Rezeption. Bücher beinhalten gedruckte Texte, Hörbücher bedeuten Dramatisierung und Inszenierung.

Hörbücher sind einzigartig

Hörbücher sind nicht (und wollen es auch gar nicht sein) irgendein Ersatz, und sie sollen Bücher auch nicht „ablösen“. Ebenso sind sie kein Abklatsch der gedruckten Literatur, nichts für „Lesefaule“ und auch kein Medium für eine „Fast-Book-Generation“ – sondern sie sind eine faszinierende Ergänzung, ein komplett eigenständiges Medium.

Und nur mal so nebenbei: Zur Lesung ihres Lieblingsautors gehen Buch-Verfechter ja auch – und genießen jedes Mal ein Live-Hörbuch. Ja, vorgelesene Geschichten sind schon etwas Feines.


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